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Brotkäfer
Quel­le: https://de.wikipedia.org/wiki/Brotk%C3%A4fer#mediaviewer/File:Stegobium_paniceum_bl.jpg

Brot­kä­fer

(Lat. Tineo­la Bisel­li­el­la)
Vor­rats­schäd­lin­ge

All­ge­mein

Die­se über die gan­ze Welt ver­brei­te­te Art gehört zu den ernst­haf­tes­ten Vor­rats­schäd­lin­gen. Sie treibt nicht nur in Haus­hal­ten ihr Unwe­sen, wo sie manch­mal in gro­ßer Zahl auf­tritt, son­dern auch in Lebens­mit­tel­be­trie­ben und Lager­räu­men, in Apo­the­ken und Büche­rei­en. Scha­den rich­ten aber nur die Lar­ven an, die Ima­go nagt ihr Aus­flug­loch und nimmt dann eine win­zi­ge Nah­rungs­men­ge auf.

Aus­se­hen

Der Brot­kä­fer erreicht eine Kör­per­län­ge von 1,75 — 4 mm. Er ist rost­rot bis braun gefärbt und fein behaart. Füh­ler mit 3‑gliedriger End­keu­le, deren Glie­der beson­ders lang sind. Der Hals­schild ist seit­lich scharf geran­det und ohne Höcker. Die Flü­gel­de­cken haben Punkt­strei­fen.
Entwicklung/Lebensweise: Das Weib­chen legt ca. 60 Eier auf eine für Lar­ven geeig­ne­te Nah­rung oder in deren unmit­tel­ba­rer Nähe. Die jun­gen Lar­ven sind sehr beweg­lich und drin­gen leicht in undich­te Behäl­ter ein. Älte­re Lar­ven sind weiß, glän­zend. In fes­tem Mate­ri­al nagen sie sich Gän­ge. Die geschlüpf­ten Käfer hin­ter­las­sen cha­rak­te­ris­tisch run­de, oft in gro­ßer Zahl bei­ein­an­der­lie­gen­de Aus­flug­lö­cher von nicht ganz 2 mm Durch­mes­ser. In tro­cke­nem, locke­rem Mate­ri­al legt sich die Lar­ve mit der Voll­endung ihrer Ent­wick­lung eine Kam­mer an, in der sie sich ver­puppt und als fer­ti­ge Ima­go noch ein paar Tage bleibt. Die Ent­wick­lung dau­ert bei 18°C 4 Mona­te, bei 22°C nicht ganz 3 Mona­te. In der gemä­ßig­ten Zone bringt die­se Art in unbe­heiz­ten Gebäu­den jähr­lich eine, höchs­tens zwei Genera­tio­nen her­vor. Für gewöhn­lich über­win­tern Lar­ven oder Pup­pen. In beheiz­ten Gebäu­den kön­nen sogar vier Genera­tio­nen im Jahr zustan­de kom­men. Die häu­figs­te Nah­rung der Lar­ven sind har­tes Brot und Gebäck, aber auch Mehl, Teig­wa­ren, Reis, Hül­sen­früch­te, Scho­ko­la­de, Kakao, Kaf­fee-Ersatz, Tee, Nüs­se, Dörr­ge­mü­se, Tro­cken­pil­ze, Gewür­ze, Heil­kräu­ter, Kork, Leder und Papier. Der Brot­kä­fer beschä­digt auch Tape­ten, von deren Leim er sich dabei ernährt, und ist einer der ärgs­ten Schäd­lin­ge in Biblio­the­ken. Es wur­den sogar Fäl­le bekannt, in denen sich eine Lar­ve nach und nach durch eine lan­ge Rei­he neben­ein­an­der ste­hen­der Bän­de hin­durch­ge­fres­sen hat. Nicht ein­mal Zinn­fo­lie oder Bleiblech stell­ten ihr ein Hin­der­nis dar. Der Brot­kä­fer ist einer der weni­gen Schäd­lin­ge, die sich auch in sehr tro­cke­nen Sub­stra­ten (mit einem Feuch­tig­keits­ge­halt unter 8%) ent­wi­ckeln kön­nen